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Befragung von KfW Research: Deutscher Mittelstand mit hohen Umsatzeinbußen

Die Corona-Pandemie setzt dem deutschen Mittelstand zu: Über 2,2 Mio. Mittelständler (58 Prozent) verzeichneten einer Umfrage zufolge im März Umsatzeinbußen aufgrund der Eindämmungsmaßnahmen. Im Durchschnitt gehe den Firmen etwa die Hälfte (53 Prozent) der üblicherweise im März zu erwartenden Umsätze verloren. Das entspreche etwa 39.000 Euro je Unternehmen. Insgesamt büßt der Mittelstand den Angaben zufolge damit im März ca. 75 Mrd. Euro oder 2 Prozent seiner Jahresumsätze ein. Das geht aus einer aktuellen Sonderbefragung von KfW Research auf Basis des KfW-Mittelstandspanels in der ersten Aprilwoche hervor. Sollten die Umsatzeinbrüche weiterhin auf ähnlichem Niveau bleiben, reichen laut Befragung die Liquiditätsreserven bei der Hälfte der Firmen noch bis Ende Mai.

Im Detail zeige die Analyse, dass kleinere Unternehmen etwas häufiger von Umsatzrückgängen im März betroffen seien (58 Prozent) als größere Mittelständler mit mehr als 10 Beschäftigten. Unter den Wirtschaftszweigen beklagen demnach die Dienstleister am häufigsten Umsatzrückgänge. Allerdings wiesen 40 Prozent der Mittelständler etwa gleichbleibende Umsätze auf. Dies seien vor allem größere Mittelständler – und mit Blick auf die Branchen vor allem Unternehmen aus dem Handwerk sowie Unternehmen des Baugewerbes. Einige wenige Mittelständler (2 Prozent) könnten sogar Umsatzzugewinne verbuchen, zum Beispiel Mittelständler des FuE-intensiven Verarbeitenden Gewerbes und Mittelständler im Handel.

Einstellung der Geschäftstätigkeit droht

Die Umsatzeinbrüche belasteten die Liquidität der Firmen deutlich, hieß es weiter. 44 Prozent berichten der Erhebung zufolge von einer Reduktion ihrer Liquiditätsreserven aufgrund der Folgen der Corona-Krise. Für sämtliche Größenklassen und Branchen im Mittelstand zeige sich: Sofern die gegenwärtige Situation anhalte bzw. sich nicht verbessere (gerechnet ab 1. April 2020) verfügen laut Befragung ungefähr die Hälfte aller Unternehmen über Liquiditätsreserven, die bis maximal zwei Monate ausreichen. Danach drohe die Einstellung bzw. Aufgabe der Geschäftstätigkeit. Bei 4 Prozent der Unternehmen reichten die liquiden Mittel nur 1-2 Wochen, bei weiteren 14 Prozent bis zu einem Monat.

Neben Umsatzeinbußen und Liquiditätsengpässen habe der Corona-bedingte Stillstand weitere Auswirkungen, die Mittelständlern das unternehmerische Leben erschweren würde: Bei einem Viertel der Unternehmen komme es zu Störungen im Geschäftsbetrieb, weil Mitarbeiter ausfielen. 18 Prozent beklagten ein verkleinertes Absatzgebiet, 17 Prozent hätten Probleme aufgrund gestörter Lieferketten – und 14 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen hätten den Geschäftsbetrieb sogar komplett eingestellt. (ud)

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