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KfW-Blitzbefragung: Folgen der Corona-Pandemie treffen Selbstständige hart

Der Stillstand setzt der Wirtschaft zu: Durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben 90 Prozent der Selbstständigen in Deutschland Umsatzrückgänge zu verkraften. Bei mehr als der Hälfte der Selbstständigen sind über 75 Prozent der Umsätze weggebrochen, ein Drittel hat sogar gar keine Einnahmen mehr. Das geht aus einer aktuellen Blitzbefragung unter Selbstständigen und Gründungsinteressierten hervor, die von KfW Research in Kooperation mit der Gründerplattform durchgeführt wurde. Aufgrund der hohen Umsatzeinbrüche könnten die Selbstständigen oft ihre Kosten nicht mehr decken – für viele sei das existenzbedrohend. So gebe etwa ein Drittel der Selbstständigen an, mit eigenen Mitteln einen Zeitraum von einem Monat überbrücken und zahlungsfähig bleiben zu können. Weitere 20 Prozent könnten rund zwei Monate durchhalten. Länger als drei Monate mit eigenen Mitteln zahlungsfähig bleiben könnten nur 32 Prozent der Selbstständigen, nur 16 Prozent von ihnen kämen ein halbes Jahr lang über die Runden. 

Durch die staatlichen Hilfsangebote wie Einmalzuschüsse, Kurzarbeitergeld, KfW-Coronahilfe-Kredite oder Steuerstundungen könnten viele Selbstständige ihre akute existenzbedrohende Situation entschärfen, hieß es weiter. Acht von zehn Selbstständigen (79 Prozent) wollen demnach eines oder mehrere dieser Angebote nutzen bzw. hätten es bereits getan – es seien überwiegend eben jene, die nur eine begrenzte Durchhaltefähigkeit hätten. 77 Prozent der Nutzer könnten voraussichtlich mehr als zwei Monate länger liquide bleiben. Viele Unternehmen und Selbstständige versuchen laut der Befragung, ihre pandemiebedingten Umsatzeinbrüche dadurch abzufedern, dass sie ihr Geschäftsmodell anpassten. An den vielen Gastronomiebetrieben, die ihr Angebot auf „To go“- oder Lieferalternativen umgestellt hätten, nehmen sich demzufolge auch Unternehmen und Selbstständige anderer Branchen ein Beispiel: Über die Hälfte (58  Prozent) passe das Geschäftsmodell zumindest vorübergehend den neuen Bedingungen an. 

Neben Umsatzeinbrüchen habe der Corona-bedingte Stillstand weitere Auswirkungen, die Selbstständigen das unternehmerische Leben erschweren würden, hieß es weiter. Knapp die Hälfte (49 Prozent) könne öffentliche Einrichtungen wie Ämter, Behörden oder Sozialversicherungsträger nicht oder nur schwer erreichen. Mehr als ein Drittel (36 Prozent) habe aufgrund der Kinderbetreuung zuhause weniger Zeit für das Geschäftliche. Bei 31 Prozent der Selbstständigen sei aufgrund der Pandemie eine geplante Finanzierung geplatzt. Ein Viertel (26 Prozent) habe Probleme bei der Versorgung durch Lieferanten, und 13 Prozent seien durch den Ausfall von Mitarbeitern belastet, hieß es. (ud)

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