Skip to main content

KfW: Coronavirus belastet Exporte des deutschen Mittelstands

Die Corona-Krise hat negative Auswirkungen auf die Exporte des deutschen Mittelstands. Die KfW-ifo-Exporterwartungen brachen im März 2020 stark ein. Der Indikator fiel um 17,6 Zähler auf einen Saldo von -24,6, teilte die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit. Nur auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 2008/2009 seien die Exporterwartungen noch pessimistischer gewesen. „Die starke Ausbreitung des Coronavirus in immer mehr Ländern trifft den Mittelstand empfindlich“, erklärte KfW-Chefvolkswirtin Dr. Fritzi Köhler-Geib. „Die Coronakrise stellt die rund 800.000 auslandsaktiven kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland vor besondere Schwierigkeiten. Sie verzeichnen Umsatzeinbrüche im In- und Ausland zugleich.“ 

Der deutsche Mittelstand bekommt laut der KfW vor allem die wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus in Europa zu spüren, denn hier liegen den Angaben zufolge die wichtigsten Exportmärkte kleiner und mittlerer Unternehmen. Mehr als zwei Drittel ihrer gesamten Auslandsumsätze, rund 402 Mrd. Euro, hätten kleine und mittlere Unternehmen 2018 in Europa erzielt. Auch auf der Beschaffungsseite sei die Verflechtung des deutschen Mittelstands in Europa stark. Im mittelständischen Verarbeitenden Gewerbe kämen knapp 70 Prozent der Auslandseinkäufe aus Europa, im mittelständischen Dienstleistungssektor gut 60 Prozent.

Nachteilige Auswirkungen auf das Geschäft

Während bisher globale Handelskonflikte von jedem zweiten mittelständischen Unternehmen als eines der größten Risiken für die deutsche Konjunktur gesehen worden seien, rückten diese angesichts der Coronakrise in den Hintergrund. Bei einer Eskalation des Zollstreits zwischen den USA und der EU erwarte jeder dritte Mittelständer negative Auswirkungen auf sein Unternehmen. Von den Mittelständlern, die Geschäftsbeziehungen in die USA unterhielten, erwarten demzufolge mehr als 60 Prozent nachteilige Auswirkungen auf ihr Geschäft, sollte sich der transatlantische Handelsstreit weiter verschärfen.

Ab Mittwoch, den 15. April können die Förderkredite für von der Coronakrise betroffene mittelständische Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern bei den deutschen Banken und Sparkassen beantragt werden, teilte die Staatsbank weiter mit. Die Kredite würden zu 100 Prozent abgesichert durch eine Garantie des Bundes, hieß es. (ud)

Weitere Artikel und Meldungen rund um die Themen Bankpolitik und Bankpraxis finden Sie auf der Webseite www.die-bank.de.

« Zurück zur Übersicht