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Niedrigzinsphase: BaFin-Umfrage zeigt konservatives Anlageverhalten

Anleger und Sparer in Deutschland agieren auch in Zeiten niedriger Zinsen überwiegend konservativ. Einer aktuellen Umfrage zufolge sind kaum verzinste Sparbücher (40 Prozent) und Tagesgeldkonten (37 Prozent) die verbreitetsten Formen der Geldanlage. Außerdem hätten vier von zehn Verbrauchern manchmal größere Geldbeträge auf dem Girokonto. Hauptgründe für dieses Sparverhalten: schnelle Verfügbarkeit des Gelds und Gewohnheit. Dies ergab eine Erhebung des Marktforschungsunternehmens OmniQuest unter 1.000 Verbrauchern in Deutschland im Auftrag der BaFin.

Die meisten Befragten können sich demnach nicht vorstellen, bei künftigen Geldanlagen ein höheres Risiko einzugehen, um überhaupt eine positive Rendite erzielen zu können, teilte die BaFin mit. So würden von denjenigen Umfrageteilnehmern, die keine Wertpapiere besäßen (67 Prozent), selbst bei flächendeckenden Negativzinsen zwei Drittel (66 Prozent) weiterhin nicht in Wertpapiere investieren.

Wohneigentum hoch im Kurs

Etwas mehr als die Hälfte der Sparer (53 Prozent) gebe aber an, dass die niedrigen Zinsen das eigene Anlageverhalten beeinflussen würden. Insbesondere achteten diese Verbraucher jetzt verstärkt auf Kosten, Gebühren und Provisionen. Knapp die Hälfte der Bankkunden (42 Prozent) behalte sich für den Fall, dass ihre Bank Negativzinsen einführt, den Wechsel des Instituts vor. In Zeiten niedriger Zinsen halte ein Großteil der Verbraucher (77 Prozent) vor allem Wohneigentum für eine geeignete Form der Geldanlage. Mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) hielten auch Goldbarren oder -münzen für geeignet zum Sparen. Fast zwei Drittel der Verbraucher seien der Meinung, Gold sei eine sichere und krisenfeste Anlageform.

Die Teilnehmer wurden auch zu ihrem grundsätzlichen Sparverhalten gefragt. 52 Prozent gaben demnach an, regelmäßig zu sparen, 33 Prozent gelegentlich und 15 Prozent gar nicht. 88 Prozent der Nichtsparer haben laut Umfrage zu wenig Geld, um zu sparen. Die niedrigen Zinsen spielten jedoch nur vereinzelt eine Rolle, weshalb die Befragten nicht sparen würden. Als Sparziele nannten 60 Prozent, sich Wünsche erfüllen zu wollen (Urlaub, Möbel, Wohneigentum), einen Notgroschen anzulegen (54 Prozent), für das Alter vorzusorgen (44 Prozent), Vermögen aufzubauen (36 Prozent) und für Kinder Enkel zu sparen (20 Prozent). (ud)

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