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Private Banken: Bereits viele Anträge aus KfW-Programm eingegangen

Es ist ein historisch beispielloser finanzieller Kraftakt des Bundes: Das Sonderprogramm 2020 der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) soll Firmen bei der Bewältigung der ökonomischen Folgen der Corona-Pandemie helfen. Die Mittel sind laut KfW unbegrenzt. Sie stünden sowohl kleinen, mittelständischen Unternehmen als auch Großunternehmen zur Verfügung. Schon in den ersten Tagen seien allein bei den privaten Banken zehntausende Anträge auf Kredite aus dem Programm der Staatsbank eingegangen, teilte Peter Jonach, Abteilungsdirektor, Geschäftsbereich Unternehmensfinanzierung, beim Bundesverband deutscher Banken (BdB) am Donnerstag mit. Erste Kredite wurden demnach bereits bewilligt. Dies betreffe Anträge von Handwerkern und kleinen Betrieben ebenso wie große Unternehmen.

„Die Banken arbeiten auf Hochtouren, um die Anträge kurzfristig zu bearbeiten. Allerdings befinden sich die Institute selbst im Krisenmodus, große Teile der Belegschaften arbeiten von zu Hause aus. Von Seiten der KfW ist eine Auszahlung spätestens ab dem 14. April 2020 möglich“, so Jonach. Die KfW gebe aber Vorabzusagen zu den bereits bewilligten Anträgen an die Banken, so dass diese auch schon vorab den akuten Liquiditätsbedarf der Unternehmen überbrücken könnten. Jonas fügte hinzu: „Für die Vergabe der Mittel gelten je nach Lage und Firmengruppenzugehörigkeit des betreffenden Unternehmens konkrete Programmkonditionen, die für eine Förderung erfüllt sein müssen.“

Jonach: Banken können Mittel nicht einfach frei Hand vergeben

Banken könnten die vom Staat freigegebenen Mittel nicht einfach frei Hand vergeben, erklärte er. So sei etwa beim KfW-Sonderprogramm 2020/ERP-Gründerkredit Universell Voraussetzung, dass das Unternehmen mindestens drei Jahre am Markt aktiv sei bzw. zwei Jahresabschlüsse vorweisen könne, um einen entsprechenden Kredit für Investitionen und Betriebsmittel beantragen zu können. Nach den Vorgaben der KfW dürften auch Unternehmen, die schon vor Jahresende 2019 in wirtschaftlichen Schwierigkeiten gewesen seien, insbesondere ungeregelte Zahlungsrückstände von mehr als 30 Tagen aufwiesen, nicht in den Genuss der Hilfen gelangen, erläuterte der Experte vom BdB.

Voraussetzung sei zudem, dass für das Unternehmen auf Basis der Annahme einer sich bis Jahresende 2020 wieder normalisierenden wirtschaftlichen Gesamtsituation eine positive Fortführungsprognose angenommen werden könne, mithin die Durchfinanzierung des Betriebs bis zum 31. Dezember 2020 gegeben sei. Allerdings gibt es Jonach zufolge auch noch viele andere Unterstützungsmöglichkeiten, die möglicherweise in Betracht kämen. So sei es etwa möglich, Soforthilfemaßnahmen in Anspruch zu nehmen, die sowohl über den Bund als auch über eigene Programme der Bundesländer meist als nicht-rückzahlungspflichtige Zuschüsse gewährt würden. Zudem könne man Steuerstundungen bei den Finanzämtern beantragen oder Bürgschaften der Landesbürgschaftsbanken nutzen, hieß es.

Verbraucher sollten Kontakt zu ihrer Bank aufnehmen

Wie der BdB weiter mitteilte, unterstützt die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) Verbraucher, die durch die Pandemie unverschuldet in eine finanzielle Notlage geraten seien. Die im Bundestag behandelte gesetzliche Stundung (Moratorium) solle ab dem 1. April und für vor dem 15. März 2020 abgeschlossene Verbraucherdarlehensverträge bei krisenbedingter Notlage gelten. Gestundet werden sollten demzufolge Ansprüche des Darlehensgebers auf Rückzahlungs-, Zins oder Tilgungsleistungen, die zwischen dem 1. April 2020 und dem 30. Juni 2020 fällig würden.

Verbraucher sollten, wenn sie aufgrund der Viruspandemie ihre Darlehensraten nicht mehr zahlen könnten, so bald wie möglich Kontakt zu ihrer Bank oder Sparkasse aufnehmen, um ihre durch die Pandemie eingetretenen Einnahmeausfälle gegenüber der Bank nachzuweisen. Darüber hinaus könnten Verbraucher gemeinsam mit der Bank eine Lösung für die Fortsetzung ihres Darlehensverhältnisses nach Abklingen der Pandemie erarbeiten, hieß es. (ud)

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