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Rücksicht auf Kassenpersonal: Corona-Pandemie führt zu mehr Kartenzahlung

Die Corona-Krise hat massive Auswirkungen auf den Alltag der Deutschen. Das spiegelt sich auch in ihrem Bezahlverhalten wider: So kommen die meisten Kunden dem Wunsch des Handels nach und zahlen aus Rücksicht auf das Kassenpersonal mit Karte. Einer aktuellen Umfrage zufolge geben 41 Prozent der Verbraucher an, jetzt häufiger mit ihrer girocard zu bezahlen als vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Zähle man die Kreditkarten dazu, setzten 57 Prozent derzeit vermehrt auf die Kartenzahlung. Das geht aus einer Studie des Marktforschungsunternehmens infas quo im Auftrag der Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V. hervor.

Gleichzeitig werde derzeit auf Bargeld eher verzichtet, teilte die Initiative am Donnerstag weiter mit. 47 Prozent der Befragten hätten ihren Bargeldeinsatz neuerdings deutlich reduziert. Diese Veränderungen seien in allen Alterssegmenten nahezu gleich stark ausgeprägt. Selbst mehr als ein Drittel (38 Prozent) der älteren, meist bargeldaffineren Kunden ab 60 Jahren greife jetzt zur girocard. 41 Prozent setzten weiterhin auf Scheine und Münzen, hieß es.

Mehr Interesse an kontaktlosen Alternativen

Immer mehr Personen erkennen den Angaben zufolge die Vorteile der berührungslosen Bezahlverfahren. Eine Mehrheit (55 Prozent) der Besitzer einer girocard kontaktlos gebe an, das berührungslose Bezahlen derzeit verstärkt zu nutzen. Jeder Zweite (52 Prozent) wolle die kontaktlose Karte zudem in Zukunft (noch) häufiger einsetzen. Auch das Bezahlen mit dem Smartphone werde für Kunden interessanter. Knapp jeder Fünfte (17 Prozent) könne sich aktuell vorstellen, in Zukunft mit der girocard auf seinem Smartphone zu bezahlen. Der Anteil der Jüngeren liege hier erwartungsgemäß höher, nämlich bei 23 Prozent, während immerhin 12 Prozent der über 60-Jährigen sich dies ebenfalls vorstellen könnten.

Die Gründe für die Veränderung an der Kasse sind der Studie zufolge vielfältig: Hygiene-Aspekte stehen demnach besonders im Vordergrund und würden von über der Hälfte (56 Prozent) als Grund für eine verstärkte Kartenzahlung genannt. Weitere Gründe seien „weil mich mein Händler darum bittet“ (44 Prozent). Gerade im momentan so stark geforderte Lebensmitteleinzelhandel gelte der Respekt vor dem Kassenpersonal als Haupttreiber. Mit 67 Prozent werde dieser Grund am häufigsten für eine derzeitige Kartenzahlung bzw. das geänderte Bezahlverhalten angegeben. 

Keine Bereitschaft zu komplettem Verzicht auf Bargeld

Auch eine aktuelle Umfrage des Consumer-Intelligence-Unternehmens Brandwatch beschäftigte sich mit dem Bezahlverhalten der Deutschen. Der Aufruf von Supermärkten, möglichst bargeldlos an der Kasse zu zahlen und die kontaktlose Bezahlung bei Lieferdiensten habe zwar dazu geführt, dass Verbraucher weniger mit Bargeld zahlen, um die Ausbreitung des Coronavirus über diesen Weg zu verhindern. Allerdings seien deutsche Verbraucher noch nicht bereit, ganz bargeldlos zu zahlen und verstärkt auf digitale Hilfsmittel umzusteigen.

Trotz Pandemie nutzten 45 Prozent der Deutschen etwa weiter kein Online Banking, in keinem der anderen untersuchten Länder sei mit so einem hohen Prozentsatz dagegen gestimmt worden, hieß es. Weitere Länder, die am wenigsten Online Banking nutzten, seien die USA (44 Prozent) und Spanien (39 Prozent). Am häufigsten griffen Befragte aus Australien auf Online Banking zurück: 60 Prozent gaben demnach an, den Dienst regelmäßig zu nutzen. Auf die Frage nach den Gründen für den Verzicht gaben den Angaben zufolge in Deutschland 43 Prozent an, dass sie lieber persönlich in die Filiale gingen. Weitere häufig genannte Gründe seien Furcht vor Betrug und Identitätsdiebstahl (25 Prozent) und dass Informationen nicht gerne online (20 Prozent) oder über eine App (15 Prozent) geteilt würden. (ud)

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