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Befragung der Deutschen zu Negativzinsen: Mehr als 80 Prozent halten am Girokonto fest

84 Prozent der deutschen SparerInnen behalten trotz der zunehmenden Verbreitung von Negativzinsen das Girokonto als wichtigste Sparform bei, so eine aktuelle Studie. Die TeilnehmerInnen seien zudem gefragt worden, wie sie reagieren würden, wenn ihre Bank Negativzinsen einführte. 72 Prozent würden das Institut wechseln oder ihr Geld auf mehrere Konten verteilen, um die Strafzinsen zu umgehen. 16 Prozent der SparerInnen würden ihr Geld trotzdem auf ihrem aktuellen Girokonto lassen und Negativzinsen bezahlen. Die Hauptgründe hierfür seien, dass ein Bankwechsel zu umständlich sei oder alternative Anlageformen nicht bekannt seien.

Nur 18 Prozent der Befragten würden das auf dem Girokonto geparkte Geld vollständig oder teilweise in Wertpapiere investieren. Drei Aspekte sind den deutschen SparerInnen dabei laut Umfrage besonders wichtig: Die schnelle Verfügbarkeit des Geldes, eine hohe Sicherheit und niedrige Kosten der Anlage wünschten sich jeweils mehr als 30 Prozent der Befragten bei einer Geldanlage am Kapitalmarkt. Das zeigt eine Umfrage von YouGov zusammen mit VisualVest.

31 Prozent wissen nicht, was Negativzinsen sind
Zwar erheben immer mehr Banken negative Zinsen von ihren Kunden, dennoch wüssten 31 Prozent nicht, was Negativzinsen seien, hieß es weiter. Die Unwissenheit zeige sich besonders bei jungen und weiblichen SparerInnen: 43 Prozent der 18- bis 34-Jährigen und 41 Prozent der weiblichen Befragten gaben demnach an, die Bedeutung von Negativzinsen nicht zu kennen. Männer gäben sich besser informiert: Mit 19 Prozent wüssten nur etwa halb so viele Männer wie Frauen nicht, worum es sich bei Strafzinsen handele. Nach Aufklärung der Befragten über die Bedeutung von Negativzinsen wüssten 27 Prozent nicht, ob sie bereits Negativzinsen an ihre Bank bezahlten – hierunter doppelt so viele Frauen wie Männer.

14 Prozent der Befragten bestätigten den Angaben zufolge, dass ihre Bank aktuell schon negative Zinsen erhebe oder dies angekündigt habe. Doch auch die betroffenen SparerInnen zeigten sich nur unzureichend informiert: 54 Prozent von ihnen wüssten nicht, wie hoch die Negativzinsen seien, die sie an ihre Bank zahlten. Die Erhebung von Strafzinsen löse bei den Deutschen hauptsächlich negative Emotionen aus, hieß es weiter: 59 Prozent der Befragten hätten Angst, dass ihr Erspartes geschmälert werde. 65 Prozent mache die Erhebung von Strafzinsen wütend. Nur 14 Prozent hätten Verständnis dafür, dass die Banken die negativen Zinsen an ihre Kunden weitergäben. (ud)



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