Skip to main content

Bundesbürger: Misstrauen in Banken, Vertrauen in Bankberater

Die Bundesbürger haben kein allzu großes Vertrauen in die hiesigen Geldhäuser. Nur jeder fünfte Deutsche (20 Prozent) vertraut laut einer aktuellen Analyse Banken, knapp jeder Dritte (31 Prozent) sage sogar, dass man den Instituten nicht vertrauen könne. Die Mehrheit (43 Prozent) stimmt demnach der Aussage, dass man Banken vertrauen könne, teils zu und teils nicht. Besonders großes Misstrauen gegenüber den Geldhäusern hätten Kunden von Direktbanken. Von ihnen seien zwei von fünf Befragten überzeugt, dass Banken nicht zu trauen sei. Nur 15 Prozent von ihnen sagten, Vertrauen zu haben. Weniger Misstrauen herrsche bei Kunden von Sparkassen (28 Prozent) und Großbanken (29 Prozent). Das sind einige der Ergebnisse einer Untersuchung des Meinungsforschungsinstituts YouGov.

Anders verhalte es sich, wenn nach der konkreten Erfahrung mit dem eigenen Bankberater während der letzten Beratung gefragt werde, hieß es. Hier hatte demnach ein Großteil (62 Prozent) das Gefühl, dem Berater vertrauen zu können. Nur jeder Zehnte (12 Prozent) gebe an, ihm nicht getraut zu haben. Jeder Fünfte (22 Prozent) sei sich unsicher, so das Meinungsforschungsinstitut. Innerhalb der Altersgruppen seien es besonders die jüngsten und ältesten Befragten, die bei dem letzten Gespräch Vertrauen in ihr Gegenüber gehabt hätten. Von den 18- bis 24-Jährigen gäben dies 77 Prozent an und von den über 55-Jährigen 67 Prozent. Im Vergleich sei das Vertrauen unter den 35- bis 44-Jährigen (53 Prozent) und 45- bis 54-Jährigen (57 Prozent) deutlich niedriger.

Keinen Verkaufsdruck gespürt

Laut der Untersuchung hatte ein Großteil der Befragten nicht das Gefühl, dass vom Bankberater Verkaufsdruck ausgeübt worden sei (66 Prozent). Das Gefühl, gedrängt worden zu sein, hatten demnach 14 Prozent. Auch hatte die Mehrheit den Angaben zufolge den Eindruck, dass sich die Empfehlungen des Beraters an ihren individuellen Bedürfnissen orientiert hätten (59 Prozent) und dass ihre Interessen für den Bankberater an erster Stelle gestanden hätten (48 Prozent). Insgesamt sagten 61 Prozent, mit dem Informationsgespräch voll und ganz zufrieden gewesen zu sein.

Wies es weiter hieß, hätten die Befragten es nicht nur ihrer Bank überlassen, Informationen bereitzustellen. Sie selbst informierten sich demzufolge sowohl vor der Beratung bereits selbst (53 Prozent) und/oder hätten dies danach getan (53 Prozent). Die Informationen zu Finanzthemen holten sich Bankkunden neben der persönlichen Beratung bei der Hausbank, beim Gespräch mit Freunden, Verwandten und Bekannten (29 Prozent) und auf Vergleichsportalen wie Verivox, Check24 oder Finanzscout24 (25 Prozent). Auch beliebt sei der Besuch der Website der eigenen Hausbank (19 Prozent) oder von Verbraucherforen im Internet wie Ciao.de oder Finanztest (16 Prozent), so die Untersuchung.

Der mit Abstand am liebsten genutzte Kommunikationskanal der Bankkunden sei die Beratung in der Bankfiliale (75 Prozent), hieß es weiter. Mit großem Abstand folgten die Telefonberatung (48 Prozent) und die App der eigenen Bank (43 Prozent). Rein digitale Kommunikationsformen ohne menschlichen Kontakt seien bei den Bankkunden deutlich unbeliebter. So würde nur jeder Siebte einen Chatbot (15 Prozent) oder Robo-Advisor, einen Online-Beratungsroboter, nutzen (16 Prozent), um mit der eigenen Bank in Kontakt zu treten, hieß es. Zwar seien diese Kanäle im Trend, jedoch für einen Großteil der Bevölkerung noch nicht attraktiv. Potenzial bestehe hier in den jüngeren Zielgruppen. Jeder Vierte (25 Prozent) der 18- bis 24-Jährige könne sich vorstellen, per Chatbot mit der Bank zu kommunizieren und von den 25- bis 34-Jährigen seien es sogar 29 Prozent, die dies in Erwägung zögen. (ud)


Weitere Artikel und Meldungen rund um die Themen Bankpolitik und Bankpraxis finden Sie auf der Webseite www.die-bank.de.

« Zurück zur Übersicht