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Commerzbank: Vorstandschef Zielke bietet Rückzug an

An der Führungsspitze der Commerzbank kommt es zu einer überraschenden Veränderung. Vorstandschef Martin Zielke hat dem Aufsichtsrat seinen vorzeitigen Rückzug angeboten. „In seiner Sitzung am heutigen Nachmittag hat der Präsidial- und Nominierungsausschuss des Aufsichtsrats der Commerzbank AG über das Angebot von Martin Zielke beraten, auf Basis einer einvernehmlichen Aufhebung vorzeitig aus dem Vorstand auszuscheiden, falls dies aus Sicht des Aufsichtsrats im Interesse der Bank liegt“, teilte das Frankfurter Geldhaus mit. Der Präsidial- und Nominierungsausschuss habe beschlossen, dem Aufsichtsrat zu empfehlen, die Bestellung von Martin Zielke zum Vorstandsmitglied und Vorstandsvorsitzenden der Commerzbank AG einvernehmlich zu einem zwischen Zielke und dem Aufsichtsrat noch festzulegenden Datum, spätestens jedoch mit Ablauf des 31. Dezember 2020 zu beenden. Der Aufsichtsrat werde dazu in seiner Sitzung am 8. Juli 2020 einen Beschluss fassen.

Zielke erklärte: „Unter meiner Führung haben wir 2016 die Weichen für eine digitale Zukunft der Commerzbank gestellt.“ Mit der Übernahme der Comdirect seien jetzt die nächsten Schritte möglich, um ein innovatives und robustes Geschäftsmodell für die Bank zu entwickeln. „So erkennbar die strategischen Fortschritte sind, so unbefriedigend war und ist die finanzielle Performance der Bank. Und dafür trage ich als CEO die Verantwortung. Da ich diese Verantwortung übernehmen möchte, habe ich dem Aufsichtsratsausschuss in der heutigen Sitzung eine einvernehmliche Aufhebung angeboten.“ Zielke sagte, er wolle damit den Weg für einen Neuanfang freimachen. Die Bank brauche „eine tiefgreifende Transformation und dafür einen neuen CEO, der vom Kapitalmarkt auch die notwendige Zeit für die Umsetzung einer Strategie bekommt“, betonte er. Zielke steht seit 2016 an der Spitze des Instituts. Er wurde im April zum neuen Präsidenten des Bankenverbands gewählt.

Zudem habe Stefan Schmittmann in der Sitzung angekündigt, sein Mandat im Aufsichtsrat mit Wirkung zum 3. August 2020 niederzulegen, hieß es weiter. „Als Aufsichtsratsvorsitzender habe ich alle strategischen Entscheidungen des Vorstands in vollem Umfang mitgetragen“, so Schmittmann. Die Strategie Commerzbank 5.0 habe keine ausreichende Akzeptanz im Kapitalmarkt gefunden. Das zeige der Aktienkurs. „Daher bin ich zu dem Schluss gekommen, dass auch ich hier in der Verantwortung stehe und sie auch übernehmen sollte. Deshalb werde ich mein Amt niederlegen.“ Der Bank, dem Vorstandsteam und den Mitarbeitern stünden tiefgreifende Veränderungen bevor. „Das wird viel Kraft und Anstrengungen kosten und sollte frei sein von immer wieder aufflammenden Personaldebatten und Diskussionen“, erklärte Schmittmann. (ud)

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