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Coronavirus-Krise: Bitcoin zeichnet sich durch hohes Verlustrisiko aus

Der Bitcoin galt als Anlageklasse in einem diversifizierten Portfolio unter Investoren bisher so etwas wie ein sicherer Hafen. Doch einer aktuellen Studie zufolge hat der erhoffte sichere Hafen bislang versagt: Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie hätten die Weltbörsen zwischenzeitlich so viel an Wert verloren wie nie zuvor. Gerade der Bitcoin habe sich durch ein überproportionales Verlustrisiko ausgezeichnet, so eine Analyse der Universität Hohenheim in Stuttgart. In ihrer Modellrechnung hätten die Forscher um Prof. Dr. Monika Gehde-Trapp fiktive Börsenportfolios mit unterschiedlichem Bitcoin-Anteil verglichen. „Am Beispiel des ersten Quartals 2020 kann man bereits sehen: Wer allein auf Bitcoins setzte, hatte ein doppelt so hohes Verlustrisiko wie andere Anleger mit einem DAX-Portfolio“, so Gehde-Trapp, Expertin für Risikomanagement an der Hochschule.

Auch Mischanlagen hätten sich mit steigendem Bitcoin-Anteil als zunehmend verlustträchtig erwiesen: „Bei einem Bitcoin-Anteil von zehn Prozent im ansonsten reinen DAX-Portfolio stieg das Verlustmaß bereits um 5 Prozent. Bei einem Bitcoin-Anteil von 20 Prozent erhöhte es sich um weitere 15 Prozent“, fasst Gehde-Trapp die Modellrechnungen zusammen. Für die Analyse verwendete das Forscherteam den Angaben zufolge das Value at Risk (VaR)-Verfahren. Bei dieser Modellrechnung werde ein Wertpapier immer nur einen Tag lang gehalten. Für ein reines DAX-Portfolio habe das Verlustrisiko im 1. Quartal 2020 bei sechs Prozent gelegen. Bei einer reinen Bitcoin-Geldanlage betrug es demnach hingegen zwölf Prozent.

„Der Bitcoin hat sich als besonders stark von den irrationalen Stimmungen an den Kapitalmärkten abhängig gezeigt“, erklärt Gehde-Trapp. Grund dafür sei wohl ein Trend, der der Hoffnung auf Kryptowährungen entgegenlief: „Unter turbulenten Rahmenbedingungen ziehen Investoren ihr Kapital traditionell besonders schnell aus anderen Anlagen ab, um krisenbedingte Liquiditätslücken zu schließen. Die Blockchain und Kryptowährungen bergen sicherlich große Chancen – aber nicht als sicherer Anlagehafen!“ Für private wie professionelle Anleger gelte weiterhin: „Wer Rendite maximieren und Verluste minimieren will, kommt an einer breit gestreuten Kapitalanlage nicht vorbei“, resümiert Gehde-Trapp. (ud)

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