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Deutsche Firmen in der Corona-Krise: Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit angestrebt

In der aktuellen Corona-Krise besinnen sich die Unternehmen in Deutschland offenbar auf den Ausbau ihrer Wettbewerbsfähigkeit durch langfristig angelegte Veränderungen. Einer aktuellen Umfrage zufolge setzen in kaum einem anderen Land die Firmen so stark auf langfristig angelegte, ja transformierende Veränderung wie hierzulande. Ganze 84 Prozent der befragten 350 deutschen Firmen hätten angegeben, sich in den vergangenen 12 Monaten neu ausgerichtet zu haben. Damit befinde sich Deutschland auf Platz 3 nach Mexiko und Argentinien und weit vor dem globalen Durchschnitt mit 74 Prozent, so die Ergebnisse der HSBC-Umfrage „Navigator“ unter 10.000 Unternehmen in 39 Ländern.

Mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Firmen sei überzeigt, dass mehr Unternehmergeist ihr Geschäft kundenorientierter machen werde, hieß es. Neben Innovation und Unternehmertum stehe die Überprüfung der Lieferketten ganz oben auf der Agenda: Satte 89 Prozent der Unternehmen sorgten sich um die Effizienz und Stabilität der bisherigen Lieferkettenstruktur. Zukünftige Lieferanten müssten mit operationeller Robustheit und adäquater technologischer Aufstellung überzeugen, denn hier sähen die Unternehmen großes Potenzial, um Kosten einzusparen.

Laut der Umfrage sind die deutschen Firmen bisher besser durch die Krise gekommen als ihre weltweiten Wettbewerber. So gebe ein Viertel der deutschen Firmen an, Ende 2020 höhere oder gleich hohe Gewinne wie vor der Corona-Krise zu erzielen. Global sagen das demnach nur 21 Prozent. Zurückhaltender als ihre ausländischen Wettbewerber seien die hiesigen Unternehmen mit Blick auf 2021. Nur 47 Prozent rechneten damit, dass sie Ende 2021 wieder das Gewinnniveau wie vor der Corona-Krise erreichen werden. Global rechnen der Befragung zufolge damit 53 Prozent der befragten Unternehmen und in Europa immerhin noch 49 Prozent.   

Hinsichtlich der Expansionsziele werde Europa mit 42 Prozent für die kommenden drei bis fünf Jahre als attraktivste Handelsdestination eingeschätzt. Österreich allein komme sogar auf 19 Prozent und Frankreich auf 11. Aber auch international vertrauen die Befragten demzufolge auf Ihr Können und stünden mit 64 Prozent den internationalen Handelsmöglichkeiten optimistisch gegenüber. 11 Prozent sähen ihre zukünftigen Handelsprioritäten in Asien und 10 Prozent in den USA, hieß es. (ud)



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