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Klimaziele: Deutsche Banken geben Selbstverpflichtung ab

Banken aus unterschiedlichen Lagern wollen dem Klimaschutz in ihrer Angebotspalette mehr Gewicht verleihen. Zu diesem Zweck unterzeichneten 16 Akteure des deutschen Finanzsektors eine Selbstverpflichtung, ihre Kredit- und Investmentportfolien im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens auszurichten, wie die Initiatoren am Dienstag mitteilten. Die Institute verfügen eigenen Angaben zufolge insgesamt über Aktiva von mehr als 5,5 Bio. Euro und über 46 Millionen Kundenverbindungen in Deutschland.

„Durch die vereinbarte Messung, Veröffentlichung und Zielsetzung zur Reduzierung der mit den Kredit- und Investmentportfolios verbundenen Emissionen will der Finanzsektor einen Klimaschutzbeitrag leisten und eine nachhaltige und zukunftsfähige Weiterentwicklung der Wirtschaft unterstützen“, hieß es. Damit komme der deutsche Finanzplatz dem von der Bundesregierung gesetzten Ziel einen Schritt näher, Deutschland zu einem der führenden Standorte für nachhaltige Finanzen zu machen.

Die aus dem Bankenbereich des Finanzsektors heraus entstandene Initiative habe das Ziel, aktiv an der Gestaltung einer für die Zukunftsfähigkeit zentralen gesellschaftlichen Aufgaben mitzuwirken, „nämlich der erfolgreichen gesellschaftlichen Transformation zur Begrenzung des Klimawandels“, hieß es. Die Unterzeichner richten demnach ihre jeweiligen Produkte und Dienstleistungen sowie ihre Engagements und Initiativen entsprechend aus, um durch die Finanzierung der Transformation hin zu einer emissionsarmen und klimaresilienten Wirtschaft und Gesellschaft, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzen und das 1,5- Grad-Ziel anzustreben. Durch die aktive Begleitung des Umbaus würden gleichzeitig Wettbewerbs- und Widerstandsfähigkeit der finanzierten Unternehmen gestärkt sowie Nachhaltigkeits- und Ausfallrisiken bei den Banken reduziert.

Berichterstattung über jährlichen Fortschritt

Konkret bedeute dies, dass jeder Unterzeichner bis Ende 2022 gegenseitig akzeptierte Methoden zur Messung der Klimaauswirkungen seiner Kredit- und Investmentportfolien entwickelt und einführt und diese dann im Einklang mit den nationalen und internationalen Klimazielen steuert. Die Vereinbarung gilt den Angaben zufolge nur für solche Investmentportfolios, die nicht Gegenstand des Fonds- oder Mandatsgeschäfts sind. Das Fonds- und Mandatsgeschäft werde schrittweise ohne feste zeitliche Vorgaben berücksichtigt. „Die Unterzeichner wollen sich gegenseitig dabei unterstützen die notwendigen Emissionsdaten zu erheben und Methoden zur Messung sowie Ansätzen zur Steuerung des Bankgeschäfts im Einklang mit den Zielen zu entwickeln“, hieß es. Um der gemeinsamen Verantwortung gerecht zu werden, verpflichte man sich jährlich über den individuellen Fortschritt bezüglich der Implementierung zu berichten.

Der Impuls für diese Selbstverpflichtung erfolgte demnach aus einer von der Triodos Bank initiierten Gruppe von Finanzinstituten und zeitgleich über eine Banken-Arbeitsgruppe des WWF. Diese beiden Bankengruppen hätten seit März die vorher parallelen Diskussionen zur jetzt vorliegenden Selbstverpflichtung zusammengeführt. Unterzeichner seien große deutsche Institute wie etwa die Commerzbank oder die Deutsche Bank. Zu den aus dem Ausland stammenden Gelhäusern gehörten etwa die französische BNP Paribas und die britische Standard Chartered. (ud)

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