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Künftige Topthemen der Finanzbranche: Zinsen, Klimawandel und Digitalisierung vorn

Welche Themen über die Auswirkungen der Corona-Pandemie hinaus sind für die Finanzbranche künftig am wichtigsten? Das Ergebnis lässt an Eindeutigkeit nichts zu wünschen übrig: Zwei Drittel der Experten stufen laut einer aktuellen Umfrage die anhaltende Niedrigzinspolitik und ihre Folgen als größte Herausforderung für die nächsten Jahre ein. Umwelt- und Klimaschutz halten demnach 46 Prozent der Finanzprofis für das herausragende Thema der Finanzbranche in naher Zukunft. Weitere 45 Prozent räumten der Neo-Ökologie immerhin einen gewissen Stellenwert ein, so eine Befragung der Finanzberatungsgesellschaft Plansecur.

Ein weiteres großes Thema sei die Digitalisierung in ihren unterschiedlichen Ausprägungen, teilte das Unternehmen in Kassel mit. So hielten drei Viertel der Finanzfachleute sogenannte Silver Surfer, also gegenüber der Digitalisierung aufgeschlossene Senioren, für eine zusehends wichtigere Zielgruppe in der Beratung. Die Hälfte der Finanzprofis sei überzeugt, dass künftig der Einsatz Künstlicher Intelligenz zur Verbesserung der Beratungsqualität beitragen könne.

54 Prozent vertreten den Angaben zufolge die Auffassung, dass neue Finanztechnologie-Firmen – FinTechs – in Zukunft an Bedeutung gewinnen würden gegenüber dem klassischen Bankwesen. Bei den Vertriebswegen für Finanzprodukte werde die Digitalisierung ebenfalls eine stärkere Rolle spielen (38 Prozent fest). Über 80 Prozent der Befragten begrüßen demnach, dass die Einstiegshürde für Verbraucher in ein Beratungsgespräch durch die Digitalisierung niedriger werde.


Ein Leben auf Algorithmen aufbauen?
„Die Digitalisierung bietet für Finanzberater enorme Chancen“, sagte Johannes Sczepan überzeugt. Der Chef der Finanzberatungsgesellschaft erklärte: „Über Apps und Videochats können Interessenten viel leichter einen Berater finden und Kontakt aufnehmen“. Eine Ablösung der Finanzprofis durch Roboterberatung befürchtet Scepan nicht. „Im Gegenteil sind Menschen aus Fleisch und Blut als Ansprechpartner im Dschungel der digitalen Informationsüberflutung gefragter als je zuvor", wies Sczepan auf Erfahrungen in der Corona-Krise hin. Finanz- und Lebensplanung hingen oft eng zusammen. Der Experte fragte in dem Kontext, wer sein Leben auf schon Algorithmen aufbauen wolle.

Über 90 Prozent der Kundenberater würden von ihren Kunden zumindest teilweise als eine Art Lebenslotse verstanden, so die Umfrage. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) führen laut Umfrage sehr persönliche Kundengespräche weit über bloße Finanztransaktionen hinaus. Daher werde ein enges Vertrauensverhältnis zwischen Finanzberater und Kunde in Zukunft noch wichtiger sein als heute schon, sind sich demnach 94 Prozent der Befragten sicher. (ud)



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