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Nach der Corona-Pandemie: Viele wollen lieber wieder bar bezahlen

Die Corona-Pandemie verändert das Zahlungsverhalten der Deutschen: Laut einer aktuellen Studie gaben 63 Prozent der Befragten an, in der Pandemie ein anderes Zahlungsmittel zu bevorzugen. Wo vor Covid-19 rund 49 Prozent der Verbraucher an der Supermarktkasse primär zum Bargeld gegriffen hätten, zahle derzeit jeder Zweite bargeldlos. Dieses Verhalten entspreche jedoch oft nicht Verbraucherwünschen: 41 Prozent der Einkäufer zahlten vor allem aufgrund der entsprechenden Aufrufe in den Geschäften bargeldlos, nur die Hälfte fühle sich unter den Hygienemaßnahmen der Händler sicher und über ein Drittel (36 Prozent) verzichte auf Bargeld aus Sorge, sich sonst leichter mit Corona infizieren zu können. Daher verwundere es nicht, dass viele Befragte nach der Pandemie zu ihren früheren Zahlungsgewohnheiten zurückkehren und 41 Prozent wieder bevorzugt bar bezahlen wollten.

Das sind einige der Ergebnisse einer Studie des Marktforschungsunternehmens Kantar im Auftrag von Glory. Besonders wechselbereit sei die jüngere Hälfte der Befragten aufgefallen: 69 Prozent der Käuferschicht zwischen 16 und 34 Jahren habe sein Bezahlverhalten geändert, 37 Prozent dieser Altersgruppe möchte den Angaben zufolge nach der Pandemie aber am ehesten wieder bar bezahlen. Münzen und Scheine dürften demnach über alle Altersgruppen hinweg trotz des Trends zur Karte ein stark gefragtes Zahlungsmittel bleiben, hieß es.

Joachim Bacher, Direktor bei dem Marktforschungsunternehmen, erklärte: „Die Corona-Pandemie hat das Einkaufsverhalten der Menschen nachhaltig verändert. Die eigene Sicherheit steht im Vordergrund eines jeden Einkaufes. Entsprechend ist während der Pandemie das bargeldlose Bezahlen gestiegen. Aus dem Corona-Update des Werte-Index wissen wir außerdem, dass das Ohnmachtsgefühl der aktuellen Krise dazu führt, dass Konsumenten gleichzeitig dem gefühlten Kontrollverlust entgegenwirken wollen.“ Dazu gehöre auch, seine Mündigkeit im digitalisierten Alltag zu behalten. Bacher. „Durch Bargeld kann jeder uneingeschränkt am Leben teilhaben. Keiner in der Gesellschaft wird ausgeschlossen, weil ihm etwa der Zugang zu elektronischen Zahlungsmitteln fehlt.“ (ud)


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