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Online-Kompetenz: Deutsche Institute verlieren global an Terrain

Eine aktuelle Studie beleuchtet die digitale Reife deutscher Kreditinstitute – und zwar ausschließlich aus der Sicht potenzieller Neukunden. Den ersten Platz im Ranking belegt demnach die Neobank N26. Zu den Top 5 zählten außerdem die Nassauische Sparkasse, gefolgt von der Deutschen Bank, der Sparkasse Köln-Bonn sowie der Deutschen Kreditbank, so die Untersuchung des Beratungsunternehmens Finnoconsult. Befragt wurden über 200 Banken, davon 30 aus Deutschland. Bewertungskriterien waren unter anderem Website, Preistransparenz, Mobile Apps, Social Media sowie Online Banking.

Eine der zentralen Erkenntnisse sei, dass deutsche Banken stärker denn je Wert auf langfristige Kundenbeziehungen legen und ihre Bindungsprogramme deshalb weiter ausbauen würden, hieß es. 76 Prozent der bewerteten Banken hätten ein solches Programm. Damit stehen sie den Angaben zufolge um 10 Prozent besser da als der internationale Durchschnitt. Im Zuge der Covid-19-Pandemie hätten die Kreditinstitute hierzulande insbesondere den Bereich des Online Onboardings ausgebaut, hieß es: 90 Prozent der Banken hätten vergangenes Jahr eine Kontoeröffnung ermöglicht, die vollständig online abgewickelt werde – 2019 waren es der Studie zufolge rund 20 Prozent weniger.

Nachholbedarf im Bereich der Homepages
Nachholbedarf sehen die Experten der Studie zufolge unter anderem im Bereich der Homepages. So sei die Startseite des Internetauftritts von 83 Prozent der deutschen Banken nicht auf Neukundengewinnung ausgerichtet. Im internationalen Vergleich liege der Durchschnitt aller deutschen Institute noch im vorderen Drittel. Allerdings könne man im Jahresvergleich mit 2020 feststellen, dass die deutschen Banken etwas an Terrain verloren hätten, was den Vergleich mit internationalen Best Practices sowie digital progressiven Ländern wie z. B. Polen angehe, hieß es.

„Die Corona-Krise hat den Trend hin zum reinen Online-Bankgeschäft stark beschleunigt“, erklärte Christian Berger, Co-Founder und Geschäftsführer des Beratungsunternehmens. „Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass viele deutsche Banken beim Thema Digitalisierung, zumindest in Teilbereichen, schwächeln. Die Commerzbank beispielsweise belegt im nationalen Ranking nur Platz 21 und im internationalen Vergleich den 129. Rang.“

Ein Grund dafür sei unter anderem die limitierte Beschreibung des Funktionsumfangs beim Online-Banking-Angebot, so Berger. Obendrein sei dieses nicht attraktiv und nutzerfreundlich aufbereitet. Das sei für ein großes deutsches Institut schlicht nicht ausreichend. Berger: „Zwar bietet die gelbe Bank im Bereich Online Onboarding einen sehr guten Service – aber was nützt der beste Onboarding-Prozess, wenn die meisten potenziellen Kunden gar nicht erst so weit klicken.“ (ud)



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