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Privates Bankgewerbe: Tarifabschluss steht

Neun Monate – so lang gingen die Verhandlungspartner schwanger, nun ist der neue Gehaltsabschluss endlich da: Die Tarifparteien im privaten Bankgewerbe haben sich am heutigen Mittwoch geeinigt, und die rund 135.000 Beschäftigten werden in zwei Stufen insgesamt 5,0 Prozent mehr Gehalt bekommen. Im August 2022 gibt es 3,0 Prozent mehr, im August 2023 weitere 2,0 Prozent. Darüber hinaus erhalten die Tarifbeschäftigten zwei Einmalzahlungen in Höhe von je 500 Euro im April 2022 und im Januar 2023. „Damit bekommen beispielsweise Privatkundenberater im Filialgeschäft (Tarifgruppe 7 / 9. Berufsjahr) über die Laufzeit hinweg insgesamt rund 7 Prozent mehr Geld“, rechnet der Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (AGV Banken) vor. Der neue Gehaltsabschluss verständigt. Er hat eine Laufzeit von 35 Monaten (Juli 2021 bis Mai 2024).

Sabine Schmittroth, die als Verhandlungsführerin der Banken-Arbeitgeber den Abschluss in Gesprächen mit der Gewerkschaft Verdi und dem Deutschen Bankangestellten-Verband (DBV). aushandelte, sagte: „Mit diesem Tarifabschluss erkennen wir die Leistung unserer Beschäftigten in schwierigen Zeiten an und mildern deutlich die Folgen der erhöhten Inflation insbesondere für die Beschäftigten in den unteren und mittleren Vergütungsgruppen. Zugleich halten wir Maß mit Blick auf die absehbar erhöhte Belastung unserer Mitgliedsunternehmen, schaffen Planungssicherheit durch die lange Laufzeit und stärken die Berufsausbildung im privaten Bankgewerbe.“  Zu den Belastungen zähle die Transformation der Geschäftsmodelle, die sich im privaten Bankgewerbe deutlich dynamischer darstelle als in anderen Bereichen. Außerdem käme der erhöhte Regulierungs- und Wettbewerbsdruck hinzu.

Wichtig war für Schmittroth auch die deutliche Anhebung der Ausbildungsvergütungen. Anfänger bekommen ab diesem August 114 Euro mehr und damit im ersten Lehrjahr 1.150 Euro, im zweiten Ausbildungsjahr gibt es monatlich 1.220 Euro (plus 122 Euro) und im dritten Jahr 1.300 Euro (plus 140 Euro), das sind bis zu 12,1 Prozent mehr. Die beiden zuvor genannten Einmalzahlungen belaufen sich für die Auszubildenden auf jeweils 100 Euro.

Eine Rahmenregelung zur Mobilarbeit und ein Tarifvertrag zur betrieblichen Altersversorgung nach dem Sozialpartnermodell Betriebsrente seien allerdings „wegen fehlender Einigungsbereitschaft durch Verdi“ nicht zustande gekommen, bedauerte Schmittroth. Über den Gehaltsabschluss hinaus haben sich die Tarifparteien darauf verständigt, die Öffnungsklausel zur Beschäftigungssicherung (31-Stunden-Klausel), die Rahmenregelung zu Langzeitkonten, den Altersteilzeit-Tarifvertrag und den Kurzarbeits-Tarifvertrag bis Jahresende 2024 zu verlängern. (kra)

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