Skip to main content

Studie zu den Folgen der Corona-Krise: Sinkendes Interesse an Krediten und Versicherungen

Für den europäischen Finanz- und Versicherungssektor zeichnen sich angesichts der Coronavirus-Pandemie einige risikoreiche Trends ab. So sei das Verbraucherinteresse an Darlehen und Versicherungen teilweise signifikant gesunken, so eine aktuelle Untersuchung. Der Sektor rechnet demnach auf längere Sicht mit signifikanten finanziellen Verlusten durch die Covid-19-Krise, die sich für Verbraucher in Form von einer reduzierten Anzahl an physischen Filialen und höheren Versicherungsbeiträgen äußern könnte. Aufgrund sinkender Einkommen europäischer Verbraucher und möglicher Kreditausfälle berge die Pandemie insgesamt erhebliche Risiken für Finanzunternehmen. Das geht aus einem Trendreport des Beratungsunternehmens Reply hervor.

Die Pandemie habe besonders in ihrer Anfangsphase deutliche Auswirkungen auf das europäische Verbraucherinteresse an Finanzdienstleistungen gehabt, heißt es. Von Anfang bis Mitte März seien die Recherchen im Internet nach Finanzdienstleistungen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien rasant angestiegen. Das ergebe eine Suchvolumenanalyse mithilfe des Tools Quentin von TD Reply, das Suchvolumina von Google Trends und Google Ads aggregiert. Demnach stieg das Verbraucherinteresse an Finanzdienstleistungen im Zeitraum März bis April 2020 verglichen mit dem gleichen Vorjahreszeitraum um 18 Prozent. 

Normalisierung seit Anfang Mai

Besonders stark sei dabei das Interesse an Wertpapieren mit kurz- bis mittelfristigen Anlagenhorizont gestiegen. So gab es den Angaben zufolge für Aktien ein Plus von 74 Prozent an Suchanfragen, bei ETFs und Bonds sogar 83 Prozent. Das Interesse an Wertpapieren mit einem langen Anlagenhorizont wie etwa Pensionsfonds wuchs laut dem Report mit einem Plus von 12 Prozent in einem deutlichen geringeren, dennoch aber signifikanten Ausmaß. Seit Anfang Mai 2020 normalisierte sich demnach das Verbraucherinteresse an Finanzdienstleistungen wieder auf das Niveau von 2019.

Ein ähnliches Muster sei zunächst beim Interesse an Darlehen und Verbraucherkrediten jeder Art zu beobachten gewesen. Mit einem signifikanten Unterschied: Hier sei das Interesse in der Anfangsphase der Pandemie deutlich unter das Vorjahresniveau abgesunken. So liege bei kurzfristigen Darlehen das durchschnittliche Verbraucherinteresse im Jahr 2020 im Schnitt bei 43 Prozent und bei Autokrediten bei 40 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Das Interesse an Versicherungsdienstleistungen habe sich nach einem initialen Anstieg in den ersten Wochen der Corona-Pandemie nicht wieder auf das ursprüngliche Niveau eingependelt, heißt es weiter. Besonders stark betroffen seien Reiseversicherungen mit einem Einbruch von 64 Prozent gegenüber 2019, so die Analyse. Autoversicherungen büßten demnach mit einem Minus von 39 Prozent ebenfalls stark an Interesse ein. Gewerbliche Versicherungen hätten den drittgrößten Rückgang mit einem Minus von 27 Prozent verzeichnet. (ud)

Weitere Artikel und Meldungen rund um die Themen Bankpolitik und Bankpraxis finden Sie auf der Webseite www.die-bank.de.

« Zurück zur Übersicht