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Studie zum Sparverhalten der Deutschen: Bankeinlagen bleiben das beliebteste Instrument

Für eine Reform der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge hat sich der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) ausgesprochen. Einer Umfrage zum Sparverhalten in Deutschland im Auftrag des BVR zufolge verfehlten im vergangenen, von der Corona-Pandemie geprägtem Jahr, noch immer viele Deutsche ihr Sparziel, obwohl die Sparquote während der Pandemie von rund 11 Prozent auf 17 Prozent gestiegen sei. Zudem sei die Zahl der staatlich geförderten Riester-Verträge weiter rückläufig, teilte der Bundesverband am Donnerstag anlässlich des Weltspartags am 29. Oktober mit. Vorstandsmitglied Dr. Andreas Martin erklärte: „Die neue Bundesregierung sollte die Reform der staatlich geförderten Altersvorsorge ganz oben auf ihre Agenda setzen. Wichtige Ansatzpunkte, um die Riester-Rente attraktiver zu gestalten, sind die Erweiterung des förderberechtigten Personenkreises, die Entbürokratisierung der Förderung und die Vereinfachung der Fördersystematik."

Positiv zu bewerten sei der um 8 Prozentpunkte auf 81 Prozent gestiegene Anteil der SparerInnen im Vergleich zum Vorkrisenniveau, so der Verband. Insbesondere unter Personen mit geringem Einkommen habe der Anteil der SparerInnen zugenommen. Allerdings sei der Abstand zum Bundesdurchschnitt nach wie vor erheblich. Hier solle eine Reform der Riester-Rente ansetzen, um die Sparanreize für Menschen mit niedrigerem Einkommen zu erhöhen. Auch der Anteil der Personen mit einer Sparlücke, also einer tatsächlichen Ersparnis unterhalb der subjektiv eingeschätzten Sparnotwendigkeit, sei unter GeringverdienerInnen besonders hoch. Mit 57 Prozent verfehle mehr als die Hälfte von ihnen das individuelle Sparziel. Unter Personen mit höherem Einkommen sei dieser Anteil mit 24 Prozent deutlich geringer. „Die Politik sollte für Geringverdiener, Familien und Kleinsparer die Anreize erhöhen, sich eine zusätzliche Altersvorsorge aufzubauen. Die gesetzliche Rente allein reicht in der Regel nicht für die Sicherung des Lebensstandards im Alter aus“, so Martin.

Die Corona-Pandemie scheine allerdings das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Ersparnisbildung geschärft zu haben, so der BVR. Rund 78 Prozent der Befragten wollten zukünftig Geld in ähnlichem Umfang wie während der Pandemie zurücklegen. Rund 15 Prozent planen demnach in den kommenden 12 Monaten sogar mehr zu sparen als im vergangenen Jahr. Mit 21 Prozent sei dieser Anteil unter Personen mit geringem Einkommen besonders hoch, hieß es.

Bankeinlagen steigen deutlich
Bei der Geldanlage bleiben laut Studie Bankeinlagen für private Haushalte in Deutschland das mit Abstand beliebteste Instrument. Von den rund 430,9 Mrd. Euro, welche im 1. Quartal 2021 als Geldvermögen angelegt worden seien, entfielen den Angaben zufolge rund 239,7 Mrd. Euro auf Bankeinlagen, was 56 Prozent der Geldvermögensbildung über zusätzliche Ersparnisse entspreche. Auch vor der Pandemie seien Bankeinlagen maßgeblicher Treiber der Geldvermögensbildung gewesen, hieß es. Im Jahr 2019 habe deren Volumen mit 142,9 Mrd. Euro bzw. 52 Prozent der Geldvermögensbildung jedoch noch deutlich daruntergelegen.

Das Gesamtvermögen deutscher Haushalte stieg demnach zum Jahresende 2020 auf rund 17,6 Bio. Euro. Das Immobilienvermögen inklusive Grund und Boden machte laut Studie mehr als die Hälfte des Gesamtvermögens aus, rund 41 Prozent seien auf das Geldvermögen gefallen. Die Geldvermögensbildung sei bis zuletzt insbesondere durch eine Ausweitung der Bankeinlagen getrieben worden. Aber auch Wertpapiere hätten sich großer Beliebtheit erfreut, hieß es. (ud)

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