Skip to main content

Umfrage im Auftrag des Bankenverbands: Corona-Krise erhört Sparneigung der Deutschen

Das Sparverhalten der Deutschen hat sich im Zuge der Corona-Krise merklich verändert. 62 Prozent der Bundesbürger legen laut einer aktuellen Meinungsumfrage im Auftrag des Bankenverbands derzeit regelmäßig einen Teil ihres frei verfügbaren Einkommens auf die hohe Kante. Das seien deutlich mehr als etwa vor drei Jahren, als dies nur etwas über die Hälfte der Befragten (53 Prozent) getan habe, teilte der Bankenverband am Montag in Berlin mit. Besonders häufig sparen demnach Jüngere unter 30 Jahren (74 Prozent) und Berufstätige (69 Prozent) regelmäßig.

Ein Fünftel der Befragten (21 Prozent) gebe an, seit Ausbruch der Pandemie mehr zu sparen als vor der Krise. Wieder seien es die unter 30-Jährigen (36 Prozent) und die Berufstätigen (25 Prozent), die jetzt mehr Geld zurücklegen würden. Auch wenn die Deutschen in den letzten drei Monaten laut Umfrage etwa für Urlaube oder Restaurantbesuche kaum Geld ausgeben konnten, deute die höhere Sparneigung auch auf die Verunsicherung hin, die die Corona-Krise ausgelöst habe. Trotz der finanziellen Einbußen vieler Bürger, spare nun nur jeder Zehnte (11 Prozent) weniger als vor der Krise. Zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) – vor allem die ältere Generation – hätten ihr Sparverhalten nicht verändert, hieß es.

Sicherheitssparen für Notfälle

Wie es weiter hieß, legten im statistischen Mittel die Sparer hierzulande zurzeit monatlich rund 450 Euro auf die hohe Kante. Das bedeute, dass von den 72 Prozent der Deutschen, die regelmäßig oder ab und zu sparten, 37 Prozent monatlich bis zu 200 Euro, 25 Prozent bis zu 500 Euro und 18 Prozent sogar über 500 Euro zurücklegen würden – wobei Männer mit 580 Euro deutlich mehr sparen könnten als Frauen mit lediglich 318 Euro. Der von den Befragten mit 45 Prozent am häufigsten genannte Spargrund stellt demnach das Sicherheitssparen für Notfälle dar. Danach folge das Sparen, um sich später etwas Größeres leisten zu können (37 Prozent) und der Vermögensaufbau (30 Prozent).

Laut Umfrage sind über drei Viertel der Sparer der Überzeugung, dass ihr Geld bei der Bank sicher (55 Prozent) oder sehr sicher (22 Prozent) sei. Immerhin rund ein Fünftel (19 Prozent) glaubt demzufolge, das Geld sei nicht sicher (14 Prozent) bzw. gar nicht sicher (5 Prozent); dieser Wert war laut Bankenverband allerdings 2014 mit 26 Prozent noch etwas höher, als offensichtlich die durch die Finanzkrise ausgelösten Befürchtungen in der Bevölkerung noch nachwirkten, hieß es. (ud)

Lesen Sie hier die vollständige Umfrage Sparverhalten der Deutschen in Zeiten der Corona-Krise.

Weitere Artikel und Meldungen rund um die Themen Bankpolitik und Bankpraxis finden Sie auf der Webseite www.die-bank.de.

« Zurück zur Übersicht