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Zeitschrift Finanztest: Banken tricksen bei den Zinserträgen

Bei einer Geldanlage ist die Anlagedauer ein zentraler Faktor. Das Guthaben des Kunden kann dank des Zinseszinseffekts rasch wachsen, wenn die jährlichen Erträge wiederholt angelegt werden. Allerdings tricksen offenbar einige Banken, wenn es um die Erträge für mehrjähriges Festgeld geht. Wie die Zeitschrift Finanztest in ihrer September-Ausgabe berichtet, schreiben die Institute Zinsen nicht jährlich gut, sondern sammeln sie bis zum Laufzeitende an und zahlen sie dann auf einen Schlag aus. Bei den meisten Anbietern sei der effektive Zins dann aber geringer als der in der Werbung angegebene nominale Zins, da keine jährlichen Zinserträge mitverzinst würden, teilte die Stiftung Warentest am Dienstag in Berlin mit. Zudem bestehe die Gefahr, dass die aufgelaufenen steuerpflichtigen Zinsen den Sparerpauschbetrag (801 Euro für Singles und 1.602 Euro für Ehepaare) überstiegen.

Die Zeitschrift führt als Beispiel einen Sparer an, der einen Freibetrag von 420 Euro im Jahr offen habe und 40.000 Euro für fünf Jahre mit einem Zinssatz von 1,05 Prozent anlege. Würde die Bank die Zinsen in Höhe von 420 Euro jährlich auszahlen, wären sie für den Sparer steuerfrei. Angesammelt über die Laufzeit würden nach fünf Jahren 2.100 Euro auf einmal ausgezahlt. Davon werden den Angaben zufolge für 1.680 Euro 25 Prozent Abgeltungssteuer plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer fällig, hieß es. Kunden sollten bei mehr­jährigem Fest­geld daher darauf achten, dass der Zins entweder jähr­lich ausgezahlt oder dem Konto gutgeschrieben und im nächsten Jahr mitverzinst werde. Andernfalls sinke Ihre Rendite, so die Fachleute. (ud) 

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